Wahlprüfsteine zur Landtagswahl im Saarland 2022

  1. Ist der Finanzierungsschlüssel für Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen im Saarland zeitgemäß? Inwiefern ist die Finanzierung von Lehre und Forschung – trotz pandemiebedingter Haushaltsdefizite – gesichert, sind Kürzungen aus Ihrer Sicht auszuschließen?

CDU

Der CDU Saar ist es wichtig, die Hochschulen im Saarland für die Zukunft gut aufzustellen. So wird durch den Mittelaufwuchs in den Globalhaushalten von Universität und Fachhochschule verbindlich bis einschließlich 2025 eine große Last von den Schultern genommen, da es hier in Zukunft wieder mehr Spielräume gibt. Auch die nachhaltig steigende finanzielle Unterstützung der Exzellenzschwerpunkte der Universität sowie der außeruniversitären Forschungseinrichtungen zeigt, dass die stabile Finanzierung unserer Forschung und Lehre auch in Zukunft für die CDU Saar ein wichtiges Anliegen ist

 

SPD

Die Finanzierung soll nicht von haushälterischen Überlegungen, sondern anhand von Qualitätsmerkmalen kalkuliert werden. Eine starke Hochschullandschaft muss auch operationalisiert werden. Der finanzielle Rahmen in den neuen Ziel- und Leistungsvereinbarungen setzt ein absolutes Mindestmaß fest.

 

LINKE

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

AFD

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

GRÜNE

In 2019 hat das Saarland 1,91 % des Bruttoinlandsproduktes für Wissenschaft und Hochschulen ausgegeben, der Bundesdurchschnitt mit 3,17 % ist zwei Drittel höher (Statistisches Bundesamt). Diese Lücke gilt es in den nächsten Jahren zu schließen.

 

FDP

Wir Freie Demokraten fordern eine Qualitätsoffensive für die Hochschullehre. Insgesamt verdient die Qualität der Lehre auch finanziell einen stärkeren Fokus. Eine sichere Finanzierung ist auch nach der Pandemie unabdingbar.

 

 

  1. Wie bewerten Sie die Pluralität von Karrierewegen auf dem Weg zu einer Lebenszeitprofessur (Habilitation, Junior- und Tenure-Track-Professur oder Nachwuchsgruppenleitung)? Soll es weiterhin befristete Juniorprofessuren (bzw. vergleichbare Positionen nach der Promotion) ohne Tenure-Track geben?

CDU

Als CDU Saar begrüßen wir eine größere Vielfalt der Karrierewege in den universitären Laufbahnen. Gerade vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erfahrungen z.B. in Geistes-, Natur- oder Ingenieurwissenschaften ist Pluralität angebracht. Zugleich streben wir mehr Tenure-Track-Möglichkeiten an und wollen verhindern, dass hochtalentierte und -qualifizierte Nachwuchswissenschaftler ins Ausland abwandern.

 

SPD

Wir werden Qualifizierungsmöglichkeiten stärken: Dies umfasst Alternativen zum klassischen Habilitationsmodell, wie Tenure-Track-Professuren und Senior-Lecturer-Positionen und eine Ausweitung der Möglichkeiten zum erstverantwortlichen Betreuen und Begutachten von Promotionen.

 

LINKE

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

AFD

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

GRÜNE

Wir begrüßen plurale Karrierewege zur Lebenszeitprofessur. Dazu gehören auch befristete Qualifizierungsphasen auf Gruppenleiterebene (W1), allerdings bei guter finanzieller Ausstattung, Mentoring-Programmen und unter Beachtung von fächerspezifischen Besonderheiten.

 

FDP

Wir begrüßen unterschiedliche Karrierewege und eine größere Pluralität auf dem Weg zu einer Lebenszeitprofessur. Juniorprofessuren ohne Tenure-Track möchten wir nicht verbieten.

 

 

 

  1. Halten Sie die Einführung von Tenure-Track-Professuren für ein wirksames Mittel, um nachhaltigere Personalstrategien an Universitäten zu etablieren? Falls ja, planen Sie eine Fortsetzung des Bund-Länder-Programms? Falls nein, welche Maßnahmen halten Sie für effektiver?

CDU

Aus Sicht der CDU Saar halten wir das angesprochene Bund-Länder-Programm für ein wirksames Mittel, wünschen uns allerdings, dass sich der Bund dabei stärker als bisher finanziell engagiert. Wir begrüßen zudem, dass die Universität des Saarlandes mit der Einwerbung von Graduiertenkollegs unter Beweis stellt, dass Leistung in der Forschung und Nachwuchsqualifizierung zwei Seiten derselben Medaille sind. Als weiteren Beitrag zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses setzen wir uns für ein gemeinsames Promotionskolleg der UdS und der htw saar als hochschulübergreifende wissenschaftliche Einrichtung mit eigenem Promotionsrecht ein.

 

SPD

Tenure-Track-Professuren ermöglichen den Übergang in eine Lebenszeitprofessur. Es ist ein wichtiger Pfeiler in der Wissenschaft, bietet aber noch immer zu wenig berufliche Sicherheit für Wissenschaftler:innen. Das Programm kann nur eines von vielen Elementen sein, um planbare Karrierewege zu schaffen.

 

LINKE

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

AFD

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

GRÜNE

Die Tenure-Track-Professuren haben zu einem Aufwuchs bei den Hochschulen geführt, mit Vorteilen für Lehre und Forschung. Eine Weiterführung ist sinnvoll, aber nur mit einer deutlichen Verbesserung der Ausstattung durch ein gemeinsames und langfristig angelegtes Bund-Länder-Programm.

 

FDP

Wir wollen einen Ausbau von Tenure-Track-Programmen und eine Fortsetzung des Bund-Länder-Programms.

 

 

  1. Viele hochqualifizierte Wissenschaftler*innen können aufgrund des Fehlens von Professuren nicht berufen werden. Deutschland hinkt hier im internationalen Vergleich hinterher und die Pandemie scheint die Lage nicht zu verbessern. Welche Lösungsansätze schlagen Sie vor?

CDU

Siehe auch Antwort auf Frage 7. Bereits heute gibt es im Saarland eine im Bundesvergleich weit überdurchschnittliche Betreuungsrelation (Studierende je Prof.) Durch den weiteren Mittel-aufwuchs im Globalhaushalt und den geplanten weiteren Ausbau der Exzellenzschwerpunkte (Informatik, Nano-BioMed, Europa), den Ausbau des CISPA und des HIPS etc. wird es zukünftig noch zusätzliche Professuren geben. Als CDU Saar werden wir vom Bund einfordern, dass die Bundesmittel, die über den Zukunftsvertrag und Bund-Länder-Programme in die saarländischen Hochschulen fließen, dynamisiert werden. Wir sind gerne bereit, den erforderlichen Landesanteil dafür mitzutragen.

 

SPD

Die SPD setzt sich für gut ausgestattete und breit gefächerte Universitäten und Hochschulen ein. Das gilt für die Zahl der Professuren wie auch für die Arbeitsbedingungen des akademischen Mittelbaus und studentischer Hilfskräfte.

 

LINKE

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

AFD

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

GRÜNE

Seit 2011 ist die Anzahl der Professuren in Deutschland um mehr als 20 % gestiegen. Diese Tatsache finden wir begrüßenswert, aber noch ausbaufähig. Außerdem gibt es eine unausgewogene Verteilung offener Positionen in Fachbereichen und Institutionen.

 

FDP

Wir wollen Wissenschaftlern eine Perspektive bieten. Dafür brauchen wir attraktive Arbeitsbedingungen und Karrierechancen auch abseits von Professuren. Zusätzlich muss mehr Geld für Professuren bereitgestellt werden.

 

 

 

  1. Wie zeitgemäß ist das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, das ja derzeit im Rahmen von #IchbinHanna scharf kritisiert wird? Welche Punkte sollten ggf. Ihrer Meinung nach novelliert werden? Wie planen Sie sich hier als Bundesland einzubringen?

CDU

Die CDU Saar begrüßt ausdrücklich den Kodex der Universität des Saarlandes zum fürsorglichen Umgang der Beschäftigten an der UdS. Das ist auch unser Weg. Wir wollen eine verstärkte Entfristung bzw. unbefristete Ausschreibung von wissenschaftlichem Personal in den Fällen verstetigter Mittelzuweisungen und sind im Saarland im Ländervergleich mit 61 Prozent unbefristeten Beschäftigten im oberen Drittel. Diesen Weg wollen wir fortsetzen.

 

SPD

Das WZG muss novelliert werden. Gute und sichere Arbeitsplätze ohne andauernde zeitliche Befristungen sind Grundlage für gute Forschung und Lehre. Für Daueraufgaben müssen Dauerstellen zur Verfügung stehen. Eine auskömmliche Entlohnung ist entscheidend; auch für wissenschaftliche Hilfskräfte.

 

LINKE

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

AFD

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

GRÜNE

Reformziele müssen ausreichende Mindestvertragslaufzeiten, eine klare Definition des Qualifikationsbegriffs und ein Ende der Tarifsperre sein, um Wissenschaftstarifverträge zu ermöglichen. Eine verantwortliche Personalentwicklung gibt früh Rückmeldungen über realistische berufliche Perspektiven.

 

FDP

Wir Freie Demokraten wollen das Wissenschaftszeitvertragsgesetz reformieren. Denn ein zu hoher Anteil befristeter Stellen in der Wissenschaft belastet insbesondere junge Forscherinnen und Forscher. Wir wollen das Wissenschaftszeitvertragsgesetz künftig alle vier Jahre evaluieren.

 

 

 

  1. Wie lassen sich aus Ihrer Sicht familienfreundliche Rahmenbedingungen für die Wissenschaft schaffen?

CDU

Wir haben uns als CDU Saar schon in der Vergangenheit für eine stärkere Vereinbarkeit von Familie mit Studium und Beruf in den Hochschulen eingesetzt. Dies wurde so auch ausdrücklich als Ziel in den neuen Ziel- und Leistungsvereinbarungen festgehalten. Diesen Weg werden wir weiter fortsetzen. Dazu gehört auch, dass wir die Hochschulen bei der Realisierung wissenschafts-adäquater digitaler Werkzeuge und Räume unterstützen.

 

SPD

Kitas entwickeln wir zu Familienzentren weiter und schaffen die Beiträge ab. Ganztagsschulen bauen wir aus. Wir setzen uns für Familienarbeitszeit-Modelle ein, die eine partnerschaftliche Verteilung von Beruf und Care-Arbeit ermöglichen. Die Belastung Alleinerziehender nehmen wir gezielt in den Blick.

 

DIE

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

AFD

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

GRÜNE

Familienfreundlichkeit muss auf allen Karrierestufen gesichert sein: bei Studium und Promotion bis hin zur Professur, durch Kitas im Zwei-Schichtbetrieb am Campus, Optionen zur flexiblen Einzelbetreuung, duale Berufungen in Ganz- und Halbtags-Modellen sowie ein attraktives Wohn- und Kulturumfeld.

 

FDP

Die Vereinbarkeit von Familie und Bereich [sic!] ist uns wichtig. Flexiblere Modelle und Arbeitszeiten sowie die Nutzung der Digitalisierung sind ebenso wichtig wie der Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten.

 

 

 

  1. Welche Maßnahmen schlagen Sie darüber hinaus vor, um die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Saarland weiter zu steigern?

CDU

Das Saarland ist bereits heute ein Hochschulstandort, der in einem breiten disziplinären Spektrum mit exzellenten Lehrstühlen, Forschungsinstituten und Kompetenzclustern für Studierende, talentierte Nachwuchskräfte und Wissenschaftler/innen aus aller Welt optimale Studien-, Arbeits- und Lebensbedingungen bietet (Platz 1 im Bundesländervergleich %-Anteil internationales Wissenschaftspersonal).

Ziel der CDU Saar ist es, einerseits die Qualität der Lehre von den Geisteswissenschaften bis zu den Naturwissenschaften in der Breite zu stärken, die Forschungsschwerpunkte wie Informatik, NanoBioMed und Europa konsequent weiter auszubauen und gleichzeitig einen lebendigen Campus attraktiv weiterzuentwickeln, sodass er für Studierende, Lehrende, Forschende aber auch für Kreative und die Gründerszene – sowohl aus dem Saarland als auch dem übrigen Deutschland und international – ideale Bedingungen bietet.

 

SPD

Hochschulen sind die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Als Orte von Vernetzung, Beratung und Ideenaustausch werden wir dafür sorgen, sie näher an die Bedürfnisse der Unternehmen zu rücken. Unternehmen und Hochschulen werden dabei durch das Transformationsnetzwerk unterstützt.

 

LINKE

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

AFD

Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten.

 

GRÜNE

Förderung der Internationalisierung (Erasmushochburg Saarland), Ausbau der Forschungs-schwerpunkte, Erweiterung durch Institutsneugründungen, Familienfreundlichkeit (dual career, internationale Schule), attraktive Wohnsituation, funktionierender ÖPNV, Radschnellwege und Vielfalt der Kulturszene.

 

FDP

Wir wollen mehr IT- und Ingenieursstudenten ausgebildet werden, das breite Fächerangebot aber erhalten. Eine gute Bildungspolitik darf sich nicht nur an der Zahl der Absolventen orientieren. Wir wollen bessere Bedingungen für das Lehrpersonal schaffen und Hochschulen als Arbeitgeber attraktiver machen.

 

 

Anmerkung der Redaktion: Die unterstrichenen Stellen wurden zur besseren Lesbarkeit grammatikalisch verändert.